
Die allegorische Sprache in der Sinfonischen Malerei
"In der Stille hört man den Klang der Farben,
in der Stille sieht das Auge die Formen und
in der Stille spricht die Leinwand der Seele." IBH

Sinfonische Malerei erzählt nicht unmittelbar.
Sie spricht über Symbole, Allegorien und bildhafte Verdichtungen, die sich oft erst im längeren Betrachten erschließen.
Gedanken, Weisheiten oder Sinnbilder werden nicht lediglich dargestellt, sondern in Farbe, Form und Struktur übersetzt. Ein Symbol kann deutlich sichtbar sein oder beinahe unmerklich in das Bild eingehen. Seine Bedeutung bleibt dabei nie für sich allein, sondern verbindet sich mit dem Ganzen.
Auch Allegorien erweitern die sichtbare Ebene. Eine Figur kann mehr sein als eine Gestalt, eine Landschaft mehr als ein Ort, ein Gegenstand mehr als das, was er zunächst zu sein scheint. Das Bild öffnet dadurch einen zweiten Raum – einen Raum der Deutung.
Farben, Materialien und Techniken treten miteinander in Beziehung. Gegensätzliches darf nebeneinander bestehen: Kraft und Sanftheit, Dichte und Offenheit, Ruhe und Bewegung.
Gerade aus diesem Zusammenwirken entsteht das Sinfonische.
Wie in einer musikalischen Komposition stehen die einzelnen Elemente nicht isoliert nebeneinander. Sie antworten aufeinander, treten hervor, nehmen sich zurück und bilden schließlich einen gemeinsamen Klang.
So entsteht eine Malerei, die nicht nur zeigt, sondern verweist.
Das Sichtbare bleibt Ausgangspunkt – doch seine Bedeutung reicht darüber hinaus.
Vielleicht liegt darin auch die Nähe zur Sprache: Auch ein Wort kann mehr tragen als seine unmittelbare Bedeutung.
Was im Bild als Symbol, Farbe oder Allegorie erscheint, kann sich an anderer Stelle in Gedanken und verdichteter Sprache fortsetzen.